„Eine intakte Welt, in der alle Menschen angstfrei und in Frieden miteinander leben.“

Gemeinwohlorientiertes Wirtschaften, Postwachstum und Nachhaltigkeit

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8 Kommentare zu „Vision Gemeinwohlorientierte Wirtschaft“

  1. Warum immer Neukauf statt Reparatur oder Austausch von Bauteilen? Man muss endlich technische Produkte viel länger am Leben erhalten, auch durch Reparaturen und mögliche technische Ergänzungen. Es darf nicht sein, dass der Preis für Reparaturen oft höher ist als ein Neukauf oder Reparaturen gar nicht mehr machbar- möglich sind, weil Ersatzteile fehlen oder kaum noch zu beschaffen sind. Habe das selber oft mit Herden und Gefrierkombinationen erleben dürfen, in der Mangelgesellschaft DDR haben technische Dinge viel länger als heutige Produkte- Waren leben können. Die Wegwerfgesellschaft muss endlich zu Ende gebracht werden, hier sind viele Innovationen, Ideen und auch Erfahrungen aus anderen Zeiten gefragt und nutzbar. Und sicher habe nicht nur ich gehört, an manchen technischen Dingen sollen bewusst Bruchstellen vorgesehen sein, die nach bestimmter Zeit- auch nach Ablauf von Garantie das Gerät, die Technik dann ausfallen lassen und die Kunden dann zum Neukauf anregen oder gar nötigen. Gewinn- Profitdenken müssen im Sinne der Gemeinwohlorientierung und Nachhaltigkeit verändert werden oder verschwinden.

  2. „Wie könnte eine soziale und gerechte CO2-Bepreisung als Alternative zur CO2-Steuer aussehen?
    Von Preisen und Geld habe ich keine Ahnung, sehe aber, es wird auch die Energieherstellung immer teurer.
    Mein Gedanke, lasst Kernkraft- friedliche Nutzung Kernkraft am Leben, entwickelt die weiter, nutzt auch Atommüll zur Energiegewinnung, folgt da anderen Ländern. Energieversorgung muss sicher und bezahlbar auch für uns Normalbürger sein- bleiben- werden. Kernkraft ist CO2 neutral und gewinnt weltweit wieder an Bedeutung. Gegen Atomwaffen hat doch auch kaum jemand was, die sind normal, keine Gefahr?
    Der Staat muss Wasserstofftechnologien stärker fördern, statt E- Mobilität sollte Wasserstoff viel mehr als Treibstoff genutzt werden können, auch genügend Tankstellen dafür da sein. Die Regierungsfürsten der norddeutschen Bundeländer haben dazu aktuell getagt und wollen hier auch was bewegen.

    1. Joachim Winters

      Aus finanziellen Gründen eine überholte Technologie weiter zu nutzen und/oder größte Gefahren durch Atomenergie zu ignorieren, sind m.E. mit den Grundsätzen der Allianz Zukunft – wie Nachhaltigkeit und einer auf Dauer intakten Welt – nicht zu vereinbaren. Der Kommentar zeigt wohl die immer wieder alle Diskussionen beherrschende Annahme der Unbezahlbarkeit einer vernünftigen Energiepolitik. Das darf aber nicht zum Selbstmord aus Angst vor dem Tode führen!

      1. Habe Verständnis für jede Sichtweise dazu, bleibe aber bei meiner. Wenn die Kernkraft weg soll, müsste man ja mit gleicher Härte auch ein Kernwaffenverbot weltweit durchsetzen, ein Verbot faktisch von ABC- Waffen, auch der Lagerung hier und da, die machen ja die Welt nicht sicherer. Zur Energiepolitik und Versorgungssicherheit, Energie muss so oder so auch für jeden Normalbürger bezahlbar bleiben, er muss ggf. dafür anders entlastet werden. Man schiebt ja gerne höhere Kosten durch neue Gesetze auf Bürger und Mieter ab.
        Wenn man alle in Tresoren von Patentämtern lagernde Erfindungen zur Energieeinsparung nutzbar machen würde, könnte man sicher auch sehr viel Energie einsparen, aber dagegen haben dann sicher die Energieerzeuger etwas.

  3. Gilt für jung und älter, wie kann Arbeit wirklich Freude machen, sogar durch Wertschätzung die Leute gesund halten, innerlich stabilisieren? Warum so lange Arbeitszeiten für Vollzeit, warum die einen so viel Belastung und Überstunden und andere finden keinen Job, ob nun jung oder jung geblieben ? Warum werden viele Berufe so sehr unterschiedlich bezahlt, obwohl jeder Beruf ja wichtig und notwendig ist? Warum die hohen Einkommen ganz oben bei Managern und unten knapp Mindestlohn oder nur wenig mehr, wo bleibt da soziale Gerechtigkeit?
    Im Bundestag sind doch die meisten Politiker 50 und älter, da müsste doch eigentlich mehr Herz für auch ältere Arbeitnehmer und Arbeitssuchende vorhanden sein oder irre ich mich da? Haben Politiker kein Gewissen in Sachen Wohl und Würde der Arbeitnehmer, die ja die Steuern erwirtschaften, mit denen der Staat doch bestens lebt?
    Aber wer eben unbequem denkt, darüber auch offen öffentlich redet oder schreibt, der hat in dieser Gesellschaft und Wirtschaft keine Perspektive, kommt zu nichts oder wird klein gehalten und schikaniert. „Teile und Herrsche“ klappt eben zu gut überall im System „Geld regiert die Welt“!

  4. Warum ist Vollzeitarbeit immer noch 38- 40 Wochenstunden, bei so viel Arbeitssuchenden und Arbeitslosen? Warum in manchen Bereichen sogar Überstunden, Überforderung von Leuten und andere sitzen jahrelang zu Hause und bekommen keine Chance? Hier sollte man in einer immer mehr technisierten Gesellschaft und Wirtschaft nachdenken, ob man Vollzeit senken kann auf 25- 30 Stunden, bei vollem Lohn, hier ansetzen! Mehr Leute könnten sich so auch Jobs teilen, verschiedene Arbeitszeitmodelle wären da denkbar. Und dazu BGE mit einführen, die Leute sollten so wirklich private- familiäre Interessen mit Job besser vereinbaren können, das Leben nicht nur aus Arbeitshetze oder auch Jobsuche bestehen bzw. beschattet werden.
    Die jetzigen Pausen bei der Arbeit, die man ja auch herausarbeiten muss, sollten als volle Arbeitszeit in einem 1. Schritt gewertet werden. Der Mensch braucht seine Pausen biologisch bedingt und sollte dafür nicht länger arbeiten müssen, diese Pausen dürfen die Arbeitszeit nicht mehr verlängern.

  5. Dazu gehört die Ausrichtung des gesamten Wirtschaftssystems nicht nur in der Eueropäischen Union sondern weltweit auf Kooperation, Gegenseitigkeit, Nachhaltigkeit, zum Beispiel der Umbau unseres gesamten Wirtschafts- und Finanzsystems hinsichtlich der Grundlagen wie beim Geld- und Steuersystem. Unser zukunfstfähiges Steuersystem soll nicht Arbeit und Umsatz besteuern, sondern Umwelt- und Ressourcenverbrauch, Geldvermögensbesitz bei gleichzeitiger Rekommunalisierung des Gemeingutes Boden (Grundsteuer-zeitgemäß!) und die Vergabe von Nutzungsrechten in Erbbaurecht zur Verhinderung der Bodenspekulation. Das Ziel ist eine Postwachstumsgesellschaft mit expliziter Klimaneutralität, sozial ausgestaltet, die dauerhaft jenseits des derzeitigen Wachstumsfetischismus gemeinsam entwickelt werden muss. Dazu gehört auch die Verstaatlichung bestimmter KRITIS (kritischer Infrastrukturen) wie Wasser- und Energieversorgung, Gesundheitswesen, öffentliches Verkehrswesen.

  6. Scheintaxonomie, Greenwashing und renditegetriebener Wachstumsfetischismus als neue Nachhaltigkeitskultur
    Von Michael Rost

    Ist Atomenergie nun nachhaltig oder nicht? Der Streit dazu in der EU, aber auch in Deutschland haben noch mehrere bisher kaum oder wenig beachtete politische und wirtschaftliche Dimensionen. Berechtigt wird auf die vier hauptsächlichen Probleme der Atomenergie hingewiesen: Unbeherrschbare Risiken, Kosten, ungeklärte Endlagerung radioaktiver Abfälle und militärischer Mißbrauch. Anscheinend muss man das in der öffentlichen Debatte immer wiederholen, haben doch die Politik in Staaten wie Frankreich, Finnland oder in Osteuropa so etwas an sich, wie die Wissenschaftsfeindlichkeit der Corona-Leugner und anderer Schwurbler oder die Wirklichkeitsferne eines Donald Trump.
    Beim Thema „Tatsächliche Kosten des Atomstromes“ bleibt leider ein Aspekt auch aktuell unterbelichtet: Bereits in den 90er Jahren wurde vom Prognos-Institut die Schadenssummen eines Gaus im Billionen-Bereich angesiedelt. Die im Atomgesetz festgesetzten Deckungssummen wurden zwar erhöht, befinden sich aber immer noch im Promillebereich. Folglich würden bei einer Reaktorkatastrophe die Sach- und Rückversicherungen nicht greifen und der Staat auf über 99% der Kosten sitzenbleiben. Atomenergie als Risikotechnologie ist also nicht versicherbar durch Direkt- und Rückversicherungen. Wenn es zu Versicherungen käme, zum Beispiel zu Pflichtversicherungen wie im Verkehrsbereich, würde das den Atomstrom in den Bereich über 1 Euro pro Kilowattstunde verteuern. Alles andere wäre eine Wettbewerbsverzerrung zu Gunsten der Atomenergie und zu Lasten der regenerativen Energien. Ausgleichen könnte dies der Staat nur durch eine Atomenergiesteuer. Genauso wie eins Ex-Bundespräsident Herzog als Bundesverfassungspräsident sich äußerte, die tatsächlichen Kosten „seien der Atomwirtschaft nicht zumutbar“ erscheint jetzt die Rechtfertigung des billigen Atomstroms durch den französischen Präsidenten Macron wie eine wissenschaftsfeindliche Entgleisung.
    Gleiches gilt aber auch für die die Staaten, die so vehement auf die „Nachhaltigkeit der Atomenergie“ setzen. Auch dort ist Atomenergie nicht in voller Deckungshöhe versicherbar. Atomstrom ist also nicht nur teuer, sondern superteuer, nichtbezahlbar und damit letztlich nicht nachhaltig, da Nachhaltigkeit sich auch auf den ökonomischen Sektor bezieht. Gerade der Umgang des Staates mit Katastrophen, aber auch die unzureichende Prävention beim Katastrophenschutz haben 2021, siehe Ahrtal gezeigt, dass durch die Sparpolitik nur eine unzureichende Organisation in den Kommunen besteht.
    Nun ist der Hinweis auf die Historie in Staaten wie Frankreich, Tschechien, und Finnland sicher berechtigt. Es wird kein Staat von der EU gezwungen, seine AKWs schnell abzustellen. Es geht lediglich um den Begriff der Nachhaltigkeit in der Taxonomie. Es geht darum, möglichst mit der Atomenergie unter Ausblendung der tatsächlichen Risiken und Kosten, für die bei einer Katastrophe der Staat dann einspringen müßte, Renditen für die Anlegenden und Vermögenden zu erzielen. Deshalb sind Klagen der europäischen Staaten gegen die Taxonomiepläne der EU nicht nur berechtigt, sondern notwendig.
    Eine weitere fragwürdige Dimension ist die eingestandene anscheinende Abhängigkeit der Klimaschutzmaßnahmen vom privaten Investment. Angesichts der offenbar kurzfristig aufgetretenen unzureichenden Finanzmittel bei der KFW-Förderung, kommen schlimmste Befürchtungen auf, dass generell die riesigen milliardenschweren Klimaschutzumbaumaßnahmen in Energie, Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft nicht ausreichend finanziert sind und die gesamten Vorhaben von privaten Investoren abhängig ist. Bisherige Schätzungen gehen von hunderten Milliarden in Deutschland aus, was wohl angesichts der wohl eher unterschätzten Menge an Einzel- und Ausgleichsmaßnahmen nicht ausreichend sein wird. Allein der dringendst notwendige Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur erscheint angesichts der aktuellen Pläne der DBAG, die fast nur eine Erneuerung des Bahnnetzes vorsehen, aber keinen flächendeckenden Lösungen würde bei einer konsequenten Klimaneutralitätspolitik ein Vielfaches, was den Billionenbereich erreicht, erfordern.
    Da es sich in großen Teilen um KRITIS (kritische Infrastrukturen) handelt, begibt man sich hier in eine folgenschwere Abhängigkeit von einer Renditelogik. Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass zwar viele Umbaumaßnahmen stattfinden, die sozialen Abfederungen eher stillschweigend entsorgt werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass notwendige Ausgaben im Gesundheitswesen wie Lohnanhebung für Pflegende in der Coronakrise; Neueinstellungen an Schulen und bei der Polizei mit Blick auf die ach so großen Finanznöte ausgeblieben oder verzögert wurden.
    Oft passiert dieses Kaputtsparen mit Kommunalisierung von staatlichen und Landesaufgaben und einer gleichzeitig viel zu geringen Mittelzuweisungen für die notwendigen zusätzlichen Aufgaben.
    Der unzureichende Katastrophenschutz beim Hochwasser 2021 war letztendlich eine Kosteneinsparung unseres nichtnachhaltigen Finanzsystems.
    Es geht aber nicht nur um die Finanzierung von nachhaltigen Umwelt- und Sozialmaßnahmen, sondern um Nachhaltigkeit selbst.
    Als 1992 in Rio de Janeiro die Agenda 21 beschlossen wurde, sollte auf der Grundlage der forstwirtschaftlichen Ideengeschichte eine politische Strategie für eine Dauerhaftigkeit zukünftiger Generationen in Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik geschaffen werden. Kaum ein anderer Begriff wird seit damals so oft missbraucht, wie der Begriff der Nachhaltigkeit. Auffällig ist dabei besonders:
    Unter Nachhaltigkeit wird heute vor allem als Reduzierung auf das Thema Umwelt verstanden: Alles was den Anschein von Umwelt und Ökologie erweckt wird als nachhaltig bezeichnet. Produkte werden mit Nachhaltigkeitslabeln versehen, was in Wirklichkeit oft plumpestes „Greenwashing“ sind. Investitionen in angeblich umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen werden als „nachhaltig“ zertifiziert, obwohl vieles nur punktuell ökologischen Maßstäben entspricht und letztendlich das Hauptziel eine Renditeerwirtschaftung als Marketingstrategie ist. Nachhaltige Entwicklung ist heute in vielen Fällen nur noch Greenwashing. Das betrifft sowohl Produkte, Investmentfonds, Dienstleistungen sogar Studiengänge wie der englischsprachige Studiengang STREAM an der Hochschule Magdeburg-Stendal, wo mit minimalen Anteilen zum Thema Nachhaltigkeit ein werbewirksames grünes Mäntelchen übergezogen wird.
    Die Nachhaltigkeit der Endlagerung radioaktiver Abfälle ist physikalisch mit den Halbwertzeiten der der Spaltprodukte begründet. Eine Million Jahre ist die naturwissenschaftlich begründete Nachhaltigkeit. Würde man diese, vergleichbare oder auch nur höhere Dauerhaftigkeiten für andere „Nachhaltigkeiten“ ansetzen, könnte man sehen, dass soziale und wirtschaftliche Aspekte der „nachhaltigen Entwicklung“ in der aktuellen Wissenschaft weitgehend ausgespart werden. Soziale Aspekte spielen zumindestens oberflächlich bei den Kriterien für ein nachhaltiges Investment noch eine Rolle. Eine nachhaltige Entwicklung die der Wirtschaft bleibt außen vor. Das wird unter dem Mantel der „Governance“ als sakrosant erklärt. Zwar sind in den Nachhaltigkeitszielen einzelne Nachhaltigkeitsindikatoren benannt, schaut man sich diese aber genauer an, dann erkennt man den Missbrauch: Beispielsweise wird „nachhaltiges Wirtschaftswachstum“ als Mittel der Entwicklungspolitik explizit genannt, aber genau hingeschaut, kommen erhebliche Zweifel. Hinzu kommt, dass trotz wachstumskritischer Untersuchungen, wie der Postwachstumsökonomie. Der Begriff „Wirtschaftswachstum“ hat die Gesellschaft, nicht nur die Wirtschaft zunehmend verdummt. Das Wirtschaftswachstum ist zum Fetisch geworden. Wachstumstreiber wie Unfälle, Naturkatastrophen und Kriege werden nicht erkannt. Ebenso der Wachstumstreiber „Geldsystem“.
    Genauso „nichtnahhaltig“ ist unser derzeitiges Geldsystem in Europa. Wenn es langzeitig nachhaltig wäre, könnte man entsprechende langfristige Geldanlagen über mehrere Hundert Jahre, z.B. für die Ur-Ur-Ur-Urenkel, machen. Das geht aber nicht, weil das Zinseszinssystem eine Exponentialfunktion bildet. Bekannt ist die Geschichte vom Jesuspfennig.
    Eine neue zukunftsfähige Partei müßte also auch eine Reform des Geldsystems der EU angehen. Dieses jetzige ist genauso nichtnachhaltig wie die Nutzung der Atomenergie.

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